Das Schwarze Auge (DSA)
Das Schwarze Auge (DSA)
Das Schwarze Auge (kurz DSA) ist ein deutsches Pen-&-Paper-Rollenspiel, das 1984 erstmals vom Verlag Schmidt Spiele veröffentlicht wurde. Es gilt als eines der bekanntesten und erfolgreichsten Rollenspiele im deutschsprachigen Raum und bildet den Mittelpunkt einer umfangreichen Fantasywelt namens Aventurien.
Geschichte
Die Entwicklung von DSA begann Anfang der 1980er-Jahre als deutsche Antwort auf das amerikanische Dungeons & Dragons. Der Autor Ulrich Kiesow entwarf zusammen mit Werner Fuchs und Hans Joachim Alpers ein eigenes Regelwerk, das 1984 unter dem Titel Abenteuer-Basis-Spiel erschien. Der Verlag Schmidt Spiele übernahm die Vermarktung.
Nach dem Erfolg der ersten Edition folgten mehrere überarbeitete Versionen:
- DSA 1 (1984–1988): Das ursprüngliche Basisspiel mit einfachen Regeln.
- DSA 2 (1988–1992): Erweiterte Regeln, z. B. für Magie und Götterwirken.
- DSA 3 (1993–2000): Vereinheitlichte Probenmechanik und neue Hintergrundinformationen.
- DSA 4 / 4.1 (2001–2014): Modular aufgebautes Regelsystem, stark erweitert.
- DSA 5 (seit 2015): Modernisierte Regeln mit vereinfachter Struktur, veröffentlicht von Ulisses Spiele.
Spielwelt
Die Spielwelt von DSA heißt Dere, wobei der bekannteste Kontinent Aventurien ist. Aventurien ist eine vielfältige Fantasywelt, die von Menschen, Elfen, Zwergen, Orks und vielen weiteren Völkern bevölkert wird.
Das Setting ist stark von mittelalterlichen und mythologischen Elementen geprägt. Verschiedene Regionen entsprechen in Anlehnung an reale Kulturen etwa:
- das Mittelreich – klassisch-mittelalterlich,
- die Tulamidenlande – orientalisch beeinflusst,
- das Horasreich – an die Renaissance angelehnt,
- Thorwal – nordisch inspiriert.
Neben Aventurien existieren auch andere Kontinente wie Myranor, Uthuria und Riesland.
Regelwerk
DSA basiert auf einem Proben-System mit drei Würfen (3W20-System). Um eine Fertigkeit zu prüfen, werden drei Würfe gegen die zugehörigen Eigenschaften (z. B. Mut, Klugheit, Gewandtheit) durchgeführt. Je nach Ergebnis wird ermittelt, ob die Aktion gelingt oder misslingt.
Das Regelwerk umfasst:
- Charaktererschaffung durch Rassen, Kulturen und Professionen,
- Magiesystem mit hunderten Zaubern,
- Liturgien und karmale Kräfte der Götter,
- Kampfregeln mit detaillierter Initiative- und Trefferzonenmechanik.
Götter und Magie
Ein zentrales Element Aventuriens ist der Glaube an die Zwölfgötter – die Hauptreligion der Menschen. Zu ihnen gehören u. a. Praios, Rondra, Efferd, Travia und Boron. Daneben existieren viele kleinere Kulte, Halbgötter und Dämonen.
Magie ist weit verbreitet und wird an Akademien gelehrt, z. B. in Gareth, Punin oder Thorwal. Magier sind fester Bestandteil der Gesellschaft und unterliegen bestimmten Gesetzen.
Publikationen
Seit der Erstveröffentlichung erschienen zahlreiche Erweiterungen, Quellenbände und Abenteuer. Besonders bekannt sind:
- Phileasson-Saga – eine epische Reise durch Aventurien.
- Die Sieben Gezeichneten – eine legendäre Kampagne gegen das Böse in Aventurien.
- Rabenkrieg-Kampagne – neuere Kampagne in DSA 5.
Außerdem gibt es Romane, Computerspiele, Hörspiele und Brettspiele, die in der Welt von DSA angesiedelt sind.
Videospiele
Mehrere Videospielreihen basieren auf DSA, darunter:
- Schicksalsklinge (1992),
- Sternenschweif (1994),
- Schatten über Riva (1996),
- Drakensang (2008) und Drakensang: Am Fluss der Zeit (2010).
Diese Umsetzungen machten Aventurien auch außerhalb der Rollenspielszene bekannt.
Verlage
- 1984–1997: Schmidt Spiele
- 1997–2001: FanPro (Fantasy Productions)
- seit 2007: Ulisses Spiele
Bedeutung
DSA hat eine große Fangemeinde und prägt die deutsche Rollenspielszene bis heute. Zahlreiche Conventions, Fanprojekte und Online-Plattformen widmen sich Aventurien. Die DSA-Community gilt als eine der aktivsten im deutschsprachigen Raum.
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website von Ulisses Spiele
- Wiki Aventurica – Fan-Wiki zu DSA
- DSA-Nexus – Community-Portal
Literatur
- Kiesow, Ulrich: Das Schwarze Auge – Regelwerk. Schmidt Spiele, 1984.
- Ulisses Spiele: Das Schwarze Auge 5 – Regelwerk. Waldems, 2015.